Dies ist die Seite von Skippy
Skippy hatte die Abszesse nach einer Tumoroperation:
Hallo Carlson, schön, dass es deine Seite im Web gibt. Danke an dein Herrchen!
Hier ist die Geschichte meiner Häsin Skippy:
Sie wurde am 25.05.2000 im Tierheim geboren und lebt mit ihrem Kumpel Fridolin das ganze Jahr über in einem umgebauten Kinderhäuschen (mit Schlafhäuschen, was sie aber nie benutzten), ca. 1qm mit ständigem Zugang zum Freigehege (ein- und ausbuddelsicher, erhöhte Sitzfläche, Baumstumpf, Röhre, Rasen), ca. 6 qm. Das Häuschen war mit Spänen ausgestreut, Heu stand immer zur Verfügung. Zu Futtern gab es viel Obst und Gemüse, Heu und Gras standen ständig zur Verfügung. Im Winter gab es dann auch mal Trockenfutter und Brot, zwecks Energieschub und weil das Frischfutter schnell einfror. Die beiden blieben auch im Winter bei Temperaturen weit unter Null freiwillig nachts draussen, anstatt sich in den Stall oder gar die Schlafhütte zu verziehen. Nur Nässe mochten sie nicht. Sie waren also immer an der frischen Luft, hatten viel Bewegungsfreiraum, und daher denke ich, sind sie sehr robust.
Oft haben sie von Wildkaninchen Besuch. Dann ist das Gerenne immer besonders groß! Die beiden werden regelmässig gegen Myxomatose und RHD geimpft.
Skippy war ein echter Wirbelwind. Sie war nicht nur wildfarben, sie war auch sonst eher wie ein Wildkaninchen. Sie ließ sich nicht freiwillig streicheln. Sie war immer neugierig und die Erste an der Tür, aber sobald man die Hand nach ihr ausstreckte um sie zu streicheln, war sie weg! Aber wenn man sie im Arm oder auf dem Schoß hatte, war sie lieb und artig, es schien ihr sogar zu gefallen.
Im Frühjar 2002 wuchs dann ein Knubbel an Skippys Kiefer, der sich dann als Tumor herausstellte. Trotz den schlechten Prognose wurde sie operiert, sie hat die OP gut überstanden, der Tumor konnte komplett entfernt werden, es gab noch ein paar Nachbehandlungen und Kontrollen, aber es ist alles super verheilt und es gab keine Probleme mehr. Geschafft!
Im Frühjahr 2005 tauchten wieder Knubbel am Kiefer auf. Es waren Abzesse. Skippy wurde im April operiert, die Abzesse gespalten und in den nächsten Tagen gespült. Bis Mai waren die Abzesse wieder so weit angewachsen, dass Skippy wieder operiert werden mußte. Wieder die gleiche Prozedur. Ich fragte den Tierarzt, ob das von den Zähnen kommen würde? Er sagte, es wären wohl noch Auswirkungen vom Tumor, der Kieferknochen war ja schon angegriffen und der ganze Bereich sehr empfindlich. Ich habe mich im Internet schlau gemacht, und war erstaunt, dass wir beide nicht allein vor diesem Problem standen und schon so viele Ninchen diese scheussliche Geschichte mitmachen mußten.
Skippy war ansonsten gut drauf, hatte Appetit, auch wenn sie nicht alles so wie früher fressen konnte, Möhren wurden gerieben, alles schön kleingeschnitten und zwecks Aufpäppelung gab es sogar Joghurtdrops, auf die Skippy total abfuhr. Naja, wenn´s ihr schmeckt, dann ab und zu mal auch was Ungesundes. Mitmachen mußte sie ja schon genug, und insgesamt waren ihre Aussichten nicht mehr die besten, also sollte sie geniessen, was sie kann. Die Abzesse kamen wieder und wieder, sie drücken auf die Lymphknoten und diverse Nerven. Wir waren Stammgast beim Tierarzt. Die Abzesse wurden behandelt und langsam übernahm ich den Job des Tierarztes, naja, ansatzweise. Ich drückte Eiter aus, spülte (Natriumchlorid), spritzte ihr Antibiotika. Wie die Mittel sonst alle hiessen, weiß ich leider nicht. Ich probierte noch zusätzlich homöopathische Mittel, Arnika und Mercurius. Skippy, ehemals mal eine richtige Zicke, mächtig Krallen und Zähne einsetzen konnte, nie ein Kuscheltier war, wurde immer lieber und liess die Prozeduren brav über sich ergehen. Ihr Fell glänzte, sie war neugierig und aufmerksam, und all dies liess mich weitermachen.
Aber ingesamt hatte sie durchaus abgebaut. Anfang August waren ihr Hoppeln manchmal wackelig, was sich zwar wieder besserte, aber immer mal wiederkam. Ich wusste nicht mehr, ob es richtig ist, was ich da alles mit ihr mache. Sie war nicht mehr das freche Energiebündel, zwar nicht dürr, aber auch nicht kräftig, ihr Kiefer war voller Beulen, irgendwie war sie nicht mehr das blühende Leben. Sie hat einen langen Tierarzt-Marathon hinter sich, und mir war bewusst, dass ihre Chancen langfristig schlecht stehen würden.
Ich ging daher wieder zur Kontrolle zum Tierarzt. Der Arzt, der sie sonst behandelte, hatte Urlaub. Seine Kollegin war nicht allzu beliebt, und sie konnte auch nichts weiter feststellen, ich sollte es beobachten, vielleicht müßte man dann noch mal operieren. Das liess mir alles keine Ruhe, und so bin ich zu einer anderen Tierärztin gegangen, was ich eigentlich schon längst mal tun wollte und ich im Nachhinein schon längst hätte tun sollen. Ich hatte eigentlich einen recht guten Eindruck von meinem Tierarzt, er ist sehr bekannt und beliebt, und ich gehe schon lange dort hin.
Die andere Tierärztin röntgte Skippy erstmal, und war erschrocken über das Röntgenbild: viel zu lang Backenzähne, alles krumm und schief, vereitert. Insgesamt katastrophal. Sie meinte, das wäre auf keinen Fall heilbar. Erst bei der OP könnte sie wirklich sehen, ob es noch weitr Sinn mache. Aber da Skippy so eine gute Konstitution hatte, einigten wir uns auf einen Versuch, sie erneut zu operieren, und auch einige Zähne zu entfernen. Sie würde dann bei der OP telefonisch mit mir Rücksprache halten.
Somit wurde Skippy dann am 29.08.05 zum dritten Mal operiert. Während der OP stellte sich heraus, dass einige Zähne völlig vereitert waren, ein Abzess schon auf die Luftröhre drückte, weitere Abzesse schon sonstwo hingewandert sind und alles einfach nur weiteres Leid bedeuten würde. Somit bekam ich dann den mit Angst erwarteten Anruf mit dem Lagebericht und wir waren uns einig, dass wir Skippy so ein Leben nicht mehr zumuten können. Somit ist Skippy dann in der OP für immer eingeschlafen.
Ich weiß nicht, ob ich alles immer richtig gemacht habe, vielleicht hätte ich meiner Kleinen schon früher Leid ersparen sollen. Aber ihr Lebenswille hat mir immer Mut gemacht, und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sie nicht wirklich leidet, weil sie fraß, sie aktiv war und sie sogar frech zu ihrem Kumpel Fridolin war. Bis auf die letzten Tage, da habe ich gemerkt, es ging abwärts. Und daher war bei der letzten OP die Entscheidung schnell klar.
Skippy, ich weiß dass deine Schmerzen für immer vorbei sind, und das freut mich für dich, meine Süsse!!!
"Carlson" bei: