Dies ist die Seite von Schlappohr

Der Name kam aber nicht von hier...

Schlappohrs Leben mit mir begann, als ich ihn in einer Zoohandlung kaufte. Als einziges Kaninchen und einziges Haustier unserer Familie wurde er sehr verwöhnt und geliebt. In den ersten 5 Jahren seines Lebens hatte er einen riesigen Auslauf , ein Wohnzimmer, wo er den ganzen Tag über herumhoppeln konnte, sowie in seinem geräumigen Auslauf im Garten. Dadurch das er unser einziges Haustier war, war er selten alleine und wurde durch die ständig Menschliche-Nähe sehr zahm und zutraulich. In seinem 5 Lebensjahr musste er aber dann einen Umzug überstehen und ab diesem Moment wurde alles anders: Er bekam am Anfang Durchfall, durch den Stress und hatte, da es ein deutlich kleineres Haus war, noch nicht einmal halb soviel Auslauf wie im Alten. Das sah man bald an seinen Hinterläufen, die aber auch mit dem Alter etwas schwächer wurden.

Doch im Sommer 2008 passierte dann das Schlimme: Er bekam Maden im Genitalbereich. Wir hatten Glück, denn keine der Fliegenmaden war auf irgendeinem Weg in seinen Magen gelangt. Das hätte gefählich werden können, da Fliegenmaden ( es hört sich nicht sehr appetitlich an ) ein Tier von innen wichtige Oragne anfressen können und das Tier daran sterben kann.Wir hatten aber Glück, doch als wir zur Nachuntersucheung kamen, entdeckte unsere Tierärztin, dass sich etwas Erbsengroßes unter der Haut in dem Bereich gebildet hatte, wo die Maden gewesen waren. Sie sagte uns, dass es operativ entfernt werden sollte, wenn es größer würde. Das wurde es und Schlappohr bekam eine OP. Es stellte sich heraus,dass es ein Abszess gewesen war. Danach ging es ihm wieder gut, denn davor hatte er erheblich an Gewicht verloren und war träge geworden, doch nun war er wieder rundum gesund.

Doch einen Monat später, Ende August, entdeckte ich erneut ein heranwachsendes Abszess. Wir fuhren erneut zum Tierarzt und nach ein paar Wochen wurde er ein zweites Mal operiert.Während der OP rief die Tierärztin an und sagte uns, dass sie es für besser hielte, ihn während der OP einzuschläfern. Da ich noch zur Schule gehe, erreichte mich diese Nachricht auch dort. Doch ich wollte es nicht, da ich lieber dabei sein wollte und es so nicht gekonnt hätte. Das klingt zwar egoistisch, aber so ist es nicht. Ich wollte nicht aufgeben ohne noch einmal zu sehen, ob wir es nicht doch ändern können. Da es eine andere Tierärztin war, die ihn dieses Mal operiert hatte, - unsere eigentliche hatte frei, dachte sie auch anders darüber (deshalb der Vorschlag der Einschläferung). Wir fuhren sofort zum Tierarzt und man erklärte mir, dass die Erreger des Abzesses in den Blutkreislauf gekommen seien und das Abszess so immer wieder kommen würde. Ich musste mich damit abfinden ihn einschläfern zu lassen, wenn es wieder kommen würde. Knapp 3 Wochen nach der OP war es wieder da und für mich ein Schock, da ich nun Abschied nehmen musste. Wir fuhren erneut zum Tierarzt (unserer eigentlichen) und legten einen Termin fest. Ich hatte somit dann noch eine Woche Zeit, ein paar schöne Tage zum Abschied mit ihm zu verbringen. Als wir zwei Tage bevor er eingeschläfert werden sollte nocheinmal da waren, war die Tierärztin positiv überrascht. Schlappohr hatte stark zugenommen und sie war sich sicher das es ihm sehr gut gehen würde. So sagte sie uns, dass wir so lange warten können, bis ich merken würde, dass es ihm schlecht geht. Wir waren ihr unheimlich dankbar, denn sonst hätten wir einen Fehler gemacht und nicht mehr so viel Zeit mit ihm verbringen können. Unsere gemeinsame Zeit reichte bis April dieses Jahres (2009) und dann kam die plötzliche Wendung.

Meine Mutter war bei Verwandten in Österreich (wir leben in Niedersachsen) und ich mit meinem Vater ein paar Tage in Dresden. Mein Bruder passte solange auf meinen kleinen Schatz auf. An unserem Anreisetag in Dresden, rief uns mein Bruder am Abend an und sagte uns, dass Schlappohr seinen linken Hinterlauf nicht mehr benutzen würde, sondern nur noch hinter sich herziehen würde. Wir waren entsetzt, denn wir hatten von der Tierärztin versichert bekommen, es ginge ihm soweit gut. Das stimmte auch, doch das Abszess hatte sich soweit ausgebreitet, dass es nun auch in seine Gelenke ging, was aber anscheinend sehr plötzlich passiert war, denn am Morgen hatte ich ihm noch Tschüss gesagt und es ging ihm noch  gut. Auf jeden Fall fuhr mein Bruder mit ihm in die Praxis zum Notdienst, da es schon Abend war. Ich hatte furchtbare Angst und kurze Zeit später klingelte erneut das Telefon. Ich ging ran und mein Bruder erklärte mir unter Schluchzen, dass die Tierärztin (eine andere die an diesem Abend Notdienst hatte), ihm erklärt hätte das Schlappohr zu starke Scherzen haben würde, bis zu dem Tag, wenn ich wieder da wäre. So musste er mir sagen, dass mein kleiner Schatz eingeschläfert werden musste. Für mich war das mit Abstand das Schlimmste was ich je erlebt hatte. Ich konnte nicht bei ihm sein. Doch mein Bruder sagte mir, dass er die ganze Zeit bei ihm war und ihn gestreichelt hat, bis er friedlich eingeschlafen ist.

Schlappohr war sehr tapfer, wie die meisten Kaninchen von Natur aus sind und hat gekämpft bis zum Schluss. Ein halbes Jahr hatten wir noch mit ihm und er wird immer in unseren Herzen bleiben. Er war immer fröhlich und aufgeweckt und etwas ganz Besonderes. Es war als hätte er nicht gewollt, dass ich sehe wie er stirbt. Ich bin für all die Jahre die ich mit ihm erleben durfte sehr dankbar, denn es waren die schönsten meines Leben. Heute ist es 5 Wochen her, denn am 2.April.2009 ist er in den Himmel gehoppelt und ich bin mir sicher, dass ich ihn heute über die Wolken hab hoppeln sehen.