Dies ist die Seite von Höppi

Höppi war ein Zwergwiddermännchen

Er war unser erstes Zwergkaninchen, wir holten ihn aus einer Zoohandlung (2004). Wahrscheinlich wurde er dort viel zu jung angeboten, denn er war so winzig und hilflos und hat sich gleich ganz eng an uns gebunden. Er war so liebebedürftig und tapste immer mal wieder über seine grossen Öhrchen.
Anfang 2005 kam dann die Mausi dazu, aus dem Tierheim. Sie ist ein Jahr älter. Bei der ersten Begegnung dachten wir, das wird wohl nichts mit den zweien, da sie sich anscheinend nur jagten. Aber da hatten wir uns geirrt. Sie hatten beide Angst voreinander und rannten wie wild voreinander weg, sodass es aussah als ob sie sich jagen. Jedenfalls sind sie ein ganz liebes Pärchen geworden, wobei die Häsin als ehemalige Mutter ihren kleinen Mann viel mehr umsorgt hat, was ihm sehr gut gefiel...
Höppi lebte mit der Mausi in unserer Wohnung, hatte jedoch immer frei Auslauf, wenn wir zuhause waren. Im Sommer ging es dann tagsüber ins Freigehege. Im Käfig haben sie Holzstreu und Heu. Das Nahrungsangebot besteht aus Heu, Fenchel, Karotte, Brokkoli, ab und zu Sellerie, Paprika, Apfel, Banane. Und im Sommer zusätzlich Gras und sonstiges Wiesengrün. Höppi bekam anfangs oft noch Trockenfutter, dass wir dann aber erst teils dann vollständig entfernten und statt dessen auf das oben erwähnte umstellten. Aufgrund dessen wog er anfangs eher 2-2.3 kg und mit Beginn der Zahnprobleme nahm er regelmässig ab bis hin zu 1.6/1.7 kg. Dadurch war er schon etwas knochig.

Die Krankheitsgeschichte: Die Zahnprobleme begannen etwa Mitte/Ende 2007, also mit ca. 3-3.5 Jahren. Das zeigte sich vor allem durch anscheinende Nervosität (so nenn ich es jetzt mal, womöglich tat ihm das Zahnfleisch o.ä. weh) und Herumspielen der Zunge im Mäulchen. Es folgten bis Dezember 2008 einige Zahnbehandlungen in Form von eher schlechten Korrekturen (hier wurde oft eher gezwickt als geschliffen...). Als Anfänger dieser Tierart war mir diese falsche Behandlung nicht bewusst. Erst als die Tierarzthelferin im Umgang mit meinem Kleinen immer unsensibler wurde und auch die Abstände der Behandlungen immer kürzer wurden (von anfangs glaube ich aller 2 Monate auf letztlich jeden Monat), entschied ich mich zu einem Tierarztwechsel.

Die neue Tierärztin war viel einfühlsamer und konnte offensichtlich viel besser mit Kleinsäugern umgehen, auch die Behandlung war korrekt. Der Wechsel erfolgte also im Dez 2008. Dabei wurde dann festgestellt, dass die Zahnreihen von Höppi bereits sehr unregelmässig waren (wahrscheinlich noch verschlimmert durch die Fehlbehandlungen zuvor). Das Problem waren immer die Backenzähne, die sich nicht mehr richtig gegeneinander abrieben und z.T. Zunge oder Mundschleimhaut verletzten. Ausserdem fiel mir zu dieser Zeit erstmals auf, dass dem Kleinen Mann etwas Flüssigkeit aus dem Auge und der Nase lief. Ich vermutete zuerst eine Erkältung, aber es stellte sich dann als eitriger Ausfluss eines Backenabszesses heraus.
Eine Operation war notwendig. Diese stellte sich aufgrund der Fehlstellungen im Mäulchen als recht kompliziert heraus. So wurden wir für die OP an einen Nagerspezialisten überwiesen. Das Problem war nun, dass der betroffene Zahn hinter einem schräg sitzenden saß oder so ähnlich. Jedenfalls war es so nicht möglich, durch die Backe von aussen heran zu gelangen, sondern innerhalb des sehr kleinen Mauls. Die Chancen für eine erfolgreiche OP standen 50:50. Letztendlich verlief es aber doch gut. Er wurde dann nur kurz nach der OP mit Antibiotika, Schmerzmittel und aufgrund des Gewichtsverlustes mit einem Päppelmittel behandelt. Wir waren so glücklich und dachten, nun sei diese schlimme Sache überstanden. Natürlich machten wir uns keine Illusionen darüber, dass Höppilein wohl dennoch Stammgast bei der Tierärztin sein würde, da ja immer noch die Zähne korrigiert werden mussten. Also seit Jan 09 waren wir nun alle 3-4 Wochen zur Zahnbehandlung. Höppi zeigte immer nur ein Symptom, nämlich das Herumspielen mit der Zunge. Ansonsten frass er normal, verhielt sich normal, war also immer gut drauf und vital. Nur die einmonatigen Tierarztbesuche passten ihm nicht, aber die waren nach 1 Stunde auch überstanden. In dieser Zeit erhielt er so gut wie keine Medizin. Nur wenn mal das Zahnfleisch etwas verletzt war, bekam er 1-2 Tage Schmerzmittel. Es lief also alles soweit wieder gut.

Bis zum letzten Freitag (11.09.09). Da fiel mir auf, dass seine Backe (die Problemseite vom Dez 08) sehr geschwollen war. Die Schwellung war auch für zähen Eiter sehr hart. Diese Schwellung musste innerhalb von einem Tag entstanden sein. Am Samstag ging ich mit dem Männlein zur Tierärztin. Ihre erste Diagnose war ein sehr aggressiver Abszess am Backenzahn, der sich bereits in den Kieferknochen ausgeweitet hatte. Die Knochenstruktur war also bereits angegriffen. Für heute Früh wurde ein Termin zum Röntgen vereinbart, anhand dessen dann weiter entschieden wurde. Die Vermutung der Ärztin war richtig. Wegen der schwammartigen Knochenstruktur bei den Kaninchen, hatte sich der sehr zähe Eiter dort bereits "herein gefressen" und deshalb der Knochen sozusagen aufgewölbt. Eine Knochen- veränderung wie diese kann nicht rückgängig gemacht werden, und auch eine Zahnentfernung hätte nicht viel beigetragen. Der tiefsitzende Eiter konnte nicht wieder entfernt werden und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis dieser Abszess den Knochen ganz zerstört hätte. Das wollte ich meinem kleinen Höpps nicht antun. Letztendlich haben wir uns also entschieden, ihn einschläfern zu lassen. Er lag auf meinem Arm und schlief langsam und ruhig ein.

Er ist leider nur 5 Jahre alt geworden - das macht es noch schmerzhafter. Ich denke dass es die richtige Entscheidung für unseren Höppi war, denn diese Knochenveränderung stelle ich mir sehr schmerzhaft vor, und sie wäre wohl eher noch schlimmer geworden. Er sollte in einem noch vertretbaren Zustand unbemerkt einschlafen, als später unter schlimmen Schmerzen und in einem fragwürdigen Zustand zu sterben. Der Verlust ist ganz schlimm und tut so sehr weh. Er fehlt uns ganz doll, wir haben ihn so geliebt. Er war der lebhaftere und neugierigere von beiden und nun ist es ganz still hier. Für unsere Mausi werden wir wohl noch einen Partner suchen, denn sie soll an dem Verlust von Höppi nicht zugrunde gehen.