Dies ist die Seite von Flocki

Flocki ist ein leider sehr junges Abszessopfer.

Hallo ihr Lieben, ich heisse Flocki und leider erscheint meine Krankengeschichte posthum, da ich heute am 25. Oktober 2004 über die Regenbogenbrücke gehoppelt bin!

Ich bin nur zwei Jahre und vier Monate alt geworden. Im Juni 02 wurde ich als weisses, weibliches Zwergwidderchen mit rotem Auge bei einem Züchter geboren. Vier Monate später kam ich zu meiner Familie. Die wollten sich Kaninchen zulegen und so wurde ich ihnen mehr oder weniger geschenkt. Meine Familie hat mich sofort liebgewonnen, aber wir fanden es alle sehr schade, dass ich keinen Kaninchenfreund hatte. So holte meine Familie noch ein männliches Kaninchen aus dem Tierheim, aber der war so böse zu mir, dass wir diesen Versuch leider wieder aufgeben mussten.

Also lebte ich von da an in einem grossen geräumigen Käfig mit selbstgebautem Sitzbrett (worauf ich sehr gerne gelegen habe), einem Blumentopfuntersetzer als Klo (was ich immer brav benutzt habe) und ganz viel Streu und Stroh. Zu Fressen bekam ich immer Heu, viel Grünes und das übliche Trockenfutter. Da ich ausgesprochen gefrässig war, wurde das Trockenfutter immer mehr durch Trockengraspellets ersetzt, damit ich nicht zu dick werde!

Aus meinem Käfig durfte ich auch oft raus und für den Balkon hatte ich ein grosses Aussengehege (aus einem alten Laufstall gebaut).

Meine Krankengeschichte ist leider sehr kurz und sehr traurig!

Eines Samstag abends hörte ich einfach auf zu fressen. Dies war für mich ein sehr schlechtes Zeichen. Also ging meine Familie gleich am Sonntag mit mir zum Notdienst in die Tierklinik. Die Tierärztin stellte Spitzen an den Backenzähnen fest und entfernte sie.So bekam meine Familie den Auftrag mir nur Heu zum Fressen zu geben, damit die Zähne sich besser abkauen! Leider hatte ich aber solche Schmerzen, dass ich weiterhin nichts fraß. Meine Familie bakam dann von einer bekannten Tierärztin den Rat mir doch auch meine Lieblingsspeisen anzubieten, damit mein Darm in Schwung bleibt. Etwas zaghaft nahm ich dann frisches Futter wie geriebene Möhren an. Trotzdem hatte ich bei der Kontrolle zwei Tage später schon wieder abgenommen und sollte von nun an mit Critical Care zugefüttert werden. Die Tierärztin, diesmal eine andere, schaute wieder in mein Maul und sagte die Mundschleimhaut wäre gut am abheilen. Wieder zwei Tage später stellte die erste Tierärztin Eiter in meiner Backentasche fest und sagte die Schleimhaut sei noch nicht verheilt.

Mein Frauchen war darüber sehr sauer, da die Ärztinnen so unterschiedliche Aussagen gemacht hatten, so dass sie in der folgenden Woche darauf bestand vom Chef der Klinik persönlich behandelt zu werden. Dieser stellte fest, dass meine Schleimhaut unnatürlich geschwollen und eitrig war und beschloss ein paar Tage später unter Narkose den Eiterherd zu suchen. Ab da bekam ich endlich Schmerzmittel und Antibiotika. Zwei Wochen nach Beginn meiner Probleme wurde also meine Backentasche geöffnet und siehe da - ein Abszess!!! Dieser wurde vollständig entfernt und ich wurde weiter mit Zusatzfutter (Babybrei mit Haferflocken und Traubenzucker) gefüttert und mit Antibiotika und Schmerzmittel behandelt. Weitere zwei Tage später kam ich zur Kontrolle. Bei dieser wurde festgestellt, dass der Eiter immer noch vorhanden ist. Also bekam ich ein neues Antibiotikum und das Schmerzmittel wurde abgesetzt. Leider bewirkte auch dieses Antibiotikum lediglich eine Darmverstimmung, bei der ich ständig schwankte zwischen Durchfall und harten Minikötteln.

Nach dreieinhalb Wochen Behandlung war ich trotz regelmässigem Zufütterns von 2 auf 1,7 kg abgemagert. Trotzdem bekam ich plötzlich wunde Läufe. Zwei Tage später ging es mir kurzzeitig etwas besser- vielleicht dank der Hepar sulfuris Globuli die mir Frauchen nach langen Internetrecherchen gegeben hat. Aber genau vier Wochen nach Beginn der Behandlungsprozedur wollte mein Darm nicht mehr mitmachen! Ich hörte auf zu Trinken, die Zwangsernährung schluckte ich nicht mehr herunter, ich wollte nicht mehr hoppeln und saß nur noch in einer Ecke mit zusammengekniffenen Augen. Dazu kam dieser stinkende Durchfall- gepaart mit hervorgedückter Darmschleimhaut, die erbsengroß an meinem After prankte.

Das war gestern! Heute nacht hatte ich furchtbaren Durchfall, aber ich wollte nicht mehr! Ich blieb einfach darin liegen, sodass ich heute morgen furchtbar aussah und schrecklich stank! Nach einem Telefonat mit der befreundeten Tierärztin und dem Tierklinikchef beschlossen Herrchen und Frauchen, dass sie mir beim Sprung über die Regenbogenbrücke helfen werden. Das war heute morgen! Ich bin ganz ruhig eingeschlafen und Frauchen hat mir Lieder vorgesungen...

Ich wünsche euch allen viel mehr Glück und Kraft, und dass ihr die Abszesse nicht erst zu spät entdeckt... Eure Flocki


Hallo Carlson, wir sind Momo und Sam! Zu dem Bericht unserer leider verstorbenen Vorgängerin Flocki wollen wir noch ergänzen:

Wir haben nun gemeinsam Flockis Nachfolge übernommen und hoffen, dass uns dieser Weg erspart bleibt. Wir fressen im übrigen fast nur Heu!!! Als "Leckerli" gibt es ab und zu etwas Frisches- aber auch das nur in kleinen Portionen, damit es was besonderes bleibt!!!

Unser Tierarzt - der ja leider Flocki damals "verarztet" hat- sagt, dass ein Kaninchen nur mit Heu und Wasser (+ ein paar Vitamintropfen) ein Leben lang auskommen kann. Ganz sooo eng muss man das ja nicht nehmen, aber im Grunde ist es schon richtig und Herrchen und Frauchen haben auch bemerkt, dass wir trotzdem oder gerade deswegen sehr fidel und mobil sind. Ausserdem brauchen wir uns überhaupt nicht zu langweilen, weil wir fast den ganzen Tag fressen- hoppeln- fressen- hoppeln....

Ach übrigens: wir sind natürlich auch Widderchen (Momo- weiblich/ schwarz-weiss und Sam-männlich/ braun-grau).

Also, wir grüssen alle gesunden und kranken Kaninchen und gedenken all derer die es nicht geschafft haben (natürlich einschliesslich Flocki!!!)

Liebe Grüße und FRESST HEU

Momo und Sam