Hier erfahrt Ihr mehr über mich:

Was so nicht zu erwarten war...

Hier könnt Ihr von mir die Angaben sehen, die ich von Euch gern hätte: (Ihr dürft Euch aber auch kürzer fassen)

Carlson auf dem Sessel

Dass ich ein Zwergkaninchen bin und Carlson heisse wisst ihr ja jetzt schon. Im Januar 2006 bin ich jetzt schon 54 Monate alt. Eigentlich bin ich eins von den vielen Kaninchen die zum Verkauf gezüchtet werden, aber in Wirklichkeit haben sich Frauchen und Herrchen an mich verkauft.

Das einzige Kaninchen im Haus bin ich nicht, da aber Leonie und Rübezahl der Garten gehört, wohne ich halt im Erdgeschoss. Am schönsten ist es aber im Wohnzimmer. In meinem Käfig bin ich nur nachts und wenn ich mal muss. Der ist mit Sägespänen gestreut und zur Hälfte abgedeckt. In meinen Futternapf ist zwar Trockenfutter, aber fressen kann ich davon fast nichts mehr. Trinken tu ich aus einem Wassernapf. Sachen die ich noch essen kann sind: Geriebene Karotte, Birnen-, Apfel- und Gurkenstückchen, zerkrümeltes OSEM Knäcke und aufgeweichte Luzerneringchen die aus dem Fertigfutter aussortiert werden. Und dann gibt´s da noch diese superleckeren Multivitaminwürstchen die aussehen wie Fischfutter. Diese gibt´s abwechselnd mit Joghurtdrops als Belohnung wenn ich meine Arznei ordentlich genommen habe.

So, jetzt zu Eiter und Abszessen ...

So ca. mit fünf Monaten bekam ich ein tränendes Auge. Als das nicht besser wurde, kam der erste Tierarztbesuch. Fällig war der aber ohnehin. Zu der Zeit nervte ich wohl etwas weil ich über alles her fiel was sich bewegte und einigermassen meine Grösse hatte. Die Kastration blieb mir aber noch etwas erspart weil ich aufgrund der festgestellten Infektion nicht OP-tauglich war. Als es mir dann besser ging, aus dem Auge aber auch noch Eiter kam, wurde ich nicht nur kastriert sondern gleich noch einen auf Eiter sitzenden Zahn los. Die OP an sich habe ich ganz gut überstanden, allerdings gings danach meinem Kreislauf ziemlich mies. Viel Kraulen und die damalige Frühlingssonne half dann aber, und nach einigen Tagen gings dann wieder - bis auf mein Auge. Das tränte und eiterte mal mehr oder weniger stark. Als dann der Bereich unter dem Auge auch noch dick wurde gings wieder zum Tierarzt. In der Folge wurden in einer weiteren OP nochmals auf Eiter sitzende Zähne gezogen. Die OP überstand ich noch besser als die erste, allerdings war ich nicht mehr bereit noch länger Antibiotika zu nehmen. Das ist eigentlich das Ende des ersten Teils der Geschichte. Stand der Dinge: Ein genervter Hase mit tränendem Auge und ein frustriertes Frauchen und Herrchen.

Im Urlaub - auf meinem Teppich

Meine Leidensgenossen im Internet

Da Herrchen zumindest ab und zu auch mal was Gescheites am PC macht, kam er auf die Idee doch mal im Internet zu suchen. Da kam dann ziemlich viel Elend in Sachen Zwergkaninchen, Abszesse und Zahnfehlstellungen zu Tage. Allerdings konnte man auch ein bisschen was lernen. So ging es dann zumindest mal weiter. Der Grund war die Geschichte eines Kaninchens der seine Abszesse auch erst nicht los wurde. Dessen Herrchen bekam dann von irgendwoher den Tip, daß das homöopathische Mittel Staphisagria gegen Abszesse helfen würde. Die Aussage stützte sich zwar nur auf einen Einzelfall , aber da waren die Abszesse nach Einnahme des Mittels weg. In der allgemeinen Verzweiflung bei meiner Familie bekam dann auch ich Staphisagria in Form von 3 mal täglich 5 Globuli. Innerhalb von einer Woche tränte mein Auge nicht mehr und das nächste halbe Jahr war dann bis auf ein paar Tage auch Ruhe. Die Staphisagria nahm ich übrigens nicht die ganze Zeit.

Und jetzt die Nase!

Im September 2002 war´s dann wieder nicht mehr so lustig. Der Eiter lief mir erst aus der Nase und dann auch aus dem diesmal anderem Auge. Staphisagria half übrigens diesmal kein bisschen. Also wieder Tierarzt. Feststellung: Nach wie vor eitriger Abszess im Kieferbereich und akute Infektion - ich hatte auch Fieber. Eine weitere OP wurde nicht als sehr sinnvoll erachtet. Erst mal muss die Infektion weg und dann muss man halt mal sehn wie es so geht. Da Herrchen auf homöopathische Mittel bestand - klar, die nahm ich ja gern und brachten wenigstens nicht auch noch die Verdauung durcheinander, bekam ich Mercurius solubilis Hahnemanni gegen das Fieber und Belladonna gegen die eitrige Entzündung. Das Fieber ging weg und auch die Nase wurde wieder gut. Bloss angefangen wieder Heu zu fressen hab ich nicht mehr und aus meinem Napf wählte ich auch zunehmend aus.>

Herrchen macht meine Website und ich lass mich wieder operieren

Da die Sucherei im Internet wohl ziemlich nervig ist entstand dann die Idee zu dieser Website. Was bis jetzt so zustande kam seht Ihr ja ... Bei mir wurden zwischenzeitlich die vorderen Schneidezähne zu lang. Es stand also wieder ein Tierarztbesuch an. Da die Zähne unbedingt wie beim Menschenzahnarzt mit einer Zahnturbine abgeschliffen und nicht abgezwickt werden sollten (Splittergefahr) musste auch erst mal ein neuer Tierarzt her. Gesucht wurde unter http://www.tieraerzteverband.de. Dann wurde nachgefragt ob die entsprechende Praxisaustattung vorhanden ist. Beim ersten Termin wurden dann die Schneidezähne gekürzt und festgestellt, daß die hinteren Zähne seitlich aneinander vorbeiwachsen. Eine gute Woche später stand dann Röntgen auf dem Programm. Sehr gut sah das dann nicht aus. Zwei weitere auf Eiter sitzende Zähne mussten raus, die anderen wurden fast alle abgeschliffen und ausserdem waren die Zahnwurzeln z.T. schon durch den Kiefer durchgewachsen. Obwohl es nicht unbedingt zu erwarten war, ging es mir bereits einen Tag nach der OP wieder ziemlich gut. Zumindest war ich lange nicht mehr so relaxt in meiner Ecke gelegen. Fressen ging auch wieder so einigermassen. Die besorgte Babynahrung schmeckte zwar auch, musste aber nicht mal unbedingt sein. An der Stelle möchte ich auch mal sagen, daß es tatsächlich Antibiotika und Schmerzmittel gibt, die ganz gut schmecken. Die Belladonna Globuli nehm ich übrigens weiter. Aber ab da auch wieder "Chemie"

Auf den Polstern für die Gartenstühle liegt man auch ganz gut

Au Backe!

Im Januar des nächsten Jahres war dann ein "normaler" Termin zum Kürzen der Schneidezähne geplant. Allerdings hatte ich schon vorher eine ziemlich dicke Backe. Dieser Abszess wurde dann erstmal aufgemacht und soweit möglich von dem zähen Eiter rausgenommen. Das war eigentlich nur um Druck wegzunehmen und die paar Tage bis zur notwendigen Operation zu überstehen. Die OP mit Vollnarkose hab ich ganz gut überstanden - ich hatte bereits am nächsten Tag wieder richtig Hunger! In der ziemlich grossen Wunde hatte ich ein paar Tage eine Trennage. Die Tasche in der sich der Abszess befand wurde noch dreimal gespült und Leukasekegel wurden eingelegt. Die ersten Tage habe ich ein Schmerzmittel bekommen, ein Antibiotika etwas länger (12 Tage). Die Wunde war nach zwei Wochen gut zugeheilt. Das durfte sie auch, denn es kam kein Eiter mehr. Danach gings mir Lange Zeit sehr gut und ich musste nur einmal im Monat zum Schneidezähnekürzen und der Kontrolle der Backenzähne.

Und wieder eine dicke Backe

Nachdem es über ein Jahr recht gut ging, hatte ich im März 2004 wieder eine dicke Backe - diesmal so etwa unter dem Ohr. Also wieder OP...Nachdem es erst ganz gut aussah, ging es aber dennoch nicht so harmlos ab wie beim ersten Abszeß. Irgendwie bildeten sich immer wieder Abszeßkapseln und beide Augen eiterten auch ganz schön. Die Tierarztbesuche alle zwei Tage zogen sich über Wochen hin, so wurde es für mich und alle Beteiligten langsam stressig. Auf Dauer konnte ich ja auch schlecht mit ständig offenem Backen durchs Leben. bzw. mein Wohnzimmer hoppeln. Der Versuch mit einem stärkeren Antibiotika ging dann erstmal schief. Ich hatte gerade vom anderen Antibiotika meinen Durchfall überstanden (...dabei half mir übrigens Yakult - das schmeckt auch nichtmal schlecht), so verdarb mir das neue völlig den Appetit. Ohne Lust zu fressen und mit trotzdem wieder weiter wachsendem Abszeß lag ich nur noch auf dem Sofa - zusammen mit einem ratlosen Frauchen und Herrchen. Hier sei noch angemerkt daß die jüngsten Röntgenaufnahmen eigentlich nichts mehr von einem normalen Kiefer zeigten.

Der Lieblingsplatz unterm Sessel

Das Antibiotika wurde abgesetzt, die Backe wieder aufgeschnitten und ausgeräumt. Ich wollte dann mal nicht so sein - hab deshalb wieder angefangen zu fressen, erst Critical Care und dann wieder alles was ich mit meinen paar Zähnen noch fressen konnte. Vom dem stärkeren Antibiotika bekomme seitdem die Hälfte und vertrage es auch.

Mit Ausnahme ein paar übler Tage im Juni 2004 ging es mir bis Dezember 2005 wieder saugut. Ich sah bis auf mein eitriges Auge gut aus und bin so schwer wie nie zuvor - ohne natürlich zu Fett zu sein. Was das mit den üblen Tagen war weiss man nicht so genau.

Zwischendurch mal ein anderes Problem...

Angefangen hat´s damit dass ich weniger gegessen hatte und noch viel weniger auch wieder aus mir rauskam. Sonst hat mir aber gar nichts gefehlt. Nix dicke Backe und munter war ich auch. Es wurde dann das Antibiotika mal wieder abgesetzt und gleich hatte ich auch wieder richtig viel Hunger. Eigentlich dachten alle es passt jetzt wieder, bis ich mich morgens fast nicht mehr bewegen konnte. Ich hatte Unmengen Flüssigkeit verloren (ca. 300 Gramm in 6 Std.) und war dementsprechend völlig verklebt. Beim Tierarzt bekam ich dann eine Infusion, ein Pilzmittel und wurde auch gewaschen. Ich rührte mich 3 Tage kaum. Das Vorwärtsbewegen ging nur wenn ich mich an den Zähnen im Teppichboden verhakt vorwärtszog. Essen und trinken war eh nichts und das was mir Herrchen und Frauchen einflößten konnte oder wollte ich nicht recht runterschlucken.

Wieder recht angenehm war aber Sonne. Da es warme Tage waren, wurde ich auf dem Arm mehrmals mit in den Garten genommen. Ein bischen ist dann die Regungslosigkeit gewichen, mehr als mal die Nase heben und auf die Vorderpfoten stützen ging aber nicht

Da sich allerdings eigenes Fressen, Trinken und Bewegen nicht einstellen wollte, musste für den vierten Tag doch ein Tierarzttermin vereinbart werden. Der wäre dann wohl der Letzte geworden. Ich war einfach zu jämmerlich beisammen und länger leiden lassen wollte mich niemand.

Der Termin wäre um elf Uhr gewesen, um halb acht früh schleppte ich mich dann mitten ins Zimmer - damits auch jeder sehen konnte - und putzte mich. Mittags, der Termin war natürlich längst abgesagt, hatte ich auch wieder Durst und abends dann auch wieder Hunger. Ein paar Tage brauchte ich dann noch bis ich´s auch wieder auf Sofa schaffte. Mit dem Antibiotika gings dann irgendwann wieder weiter, alle zwei Tage 1ml per Spritze eingeflösst. Ich vertrage es bis heute.

Carlson hat etwas
viel gegessen

Und jetzt?

Erst im Dezember 2005 wurde meine Backen wieder dick. Es gab diesmal keine Vollnarkose, sie wurde so aufgemacht und ausgeräumt (Ich bin ja auch einiges gewöhnt). Irgendwie schaffte ich es wohl auch selber die Wunde länger am Zuwachsen zu hindern, auf jeden Fall kam über viele Tage immer wieder Eiter raus. Ausserdem wurde immer wieder an meiner Backe rumgedrückt und das Antibiotika bekomme ich derzeit täglich. Vom Verhalten her merkt man überhaupt nicht das mir was fehlt - ich seh halt etwas pausbäckiger aus als vorher.

Die Situation wurde bis März weder besser noch schlechter, dann kam allerdings eine Entzündung im Mundraum dazu. Ein Zeichen dafür daß das Antibiotika nicht mehr wirkte. Verwunderlich war das eigentlich nicht, denn abgesehen davon daß ein Kaninchen Antibiotika über so lange Zeit gar nicht vertragen dürfte, lässt die Wirkung auch mit der Zeit nach. Zeit wurde dann auch zum Problem. Wir waren wieder ganz am Anfang. Es wäre ein anderes Antibiotika nötig gewesen, andere hatte Carlson aber nie vertragen. Fressen mochte er aber wegen der Entzündung auch schon nicht mehr recht und mit dem letzten Versuch mit einem anderen Medikament verweigerte er dann konsequent die Aufnahme jeder Nahrung. Auch Critical Care oder Babynahrung mit Spritze mochte er dann nicht mehr. Und wenn Carlson nicht mochte, war es immer besser das zu respektieren. Ab dem Zeitpunkt dieses Verweigerns baute Carlsons Konstitution auch sehr schnell ab.

In Anbetracht der Summe seiner Probleme und seines Verhaltens, mussten wir dann einsehen, daß jetzt der Zeitpunkt gekommen war. Wir brauchten den Termin zum Einschläfern nicht in Anspruch nehmen. Carlson wäre nicht Carlson gewesen, wenn er nicht auch seinen Abschied entsprechend inszeniert hätte. Eine viertel Stunde vor Abfahrt schleppte er sich, - zweifellos mit letzter Kraft, mitten ins Zimmer und starb.

Für seine Artgenossen wird diese Seite weiter bestehen, in der Hoffnung daß Carlson´s und die Erfahrungen der hier vertretenen Leidensgenossen möglichst vielen anderen Kaninchen, Frauchen und Herrchen helfen mögen.